Stadtteilsanierung Praille - Acacias - VernetsGenf, Schweiz 2005Kanton Genf Wettbewerb 5. Rang |
Eine Geste auf Gebietsebene Das Projekt der Stadtteilsanierung Praille – Vernets – Acacias bietet für die Stadtentwicklung in Genf eine einzigartige Gelegenheit. Durch die Grösse und Ausdehnung des Standorts, durch das dichte Verkehrsnetz dieses Gebiets, das mit allen nationalen und internationalen Verkehrsnetzen – des öffentlichen Verkehrs ebenso wie des Individualverkehrs – verbunden ist, hat dieser Standort das Potential, Genf ein neues Gesicht zu verleihen, als ein richtiges Tor zur Stadt von entschieden zeitgenössischem Ausdruck. Dies wirft auch die Problematik der städtischen Vernetzung zwischen einem Zentrum und seiner Peripherie, zwischen dem städtischen und dem ländlichen Raum auf. Das Projekt steht in Zusammenhang mit einer sehr ausdrucksstarken landschaftlichen Umgebung und wurde – durch die Einrichtung eines grossen Parks – in die Gebietsebene einbezogen. Schliesslich zielt es auch darauf ab, die Problematik des städtischen Verkehrs in den Mittelpunkt zu stellen, indem die Route des Jeunes um den Park herum erweitert wird, wodurch eine flüssige Hierarchie des Zugangs zur Stadt und der Verkehrsverbindungen in die Stadtteile geschaffen wird. Die strategischen Schwerpunkte des Projekts sind dagegen im Bereich der CEVA-Bahnhöfe und der Trambahnnetze angesiedelt.
Der Kontext und das Landschaftsprojekt Das Planungsgebiet verfügt über sehr ausgeprägte natürliche Merkmale, die ihm seine Identität verleihen. Die Ebene von La Praille wird nämlich von den Hügeln von Lancy und Bachet sowie von der Arve begrenzt, wodurch eine herrliche Grünfläche geschaffen wird, die durch die zahlreichen Ufergehölze noch verstärkt wird. Die Einrichtung eines Stadtparks, das grundlegende Element des Projekts, sorgt für eine Verbindung dieser verschiedenen landschaftlichen Identitäten, indem ein grösserer, für das gesamte Gebiet strukturierender Raum definiert wird. Auf lokaler Ebene werden die Fussgängerwege durch mit Bäumen bestandene Fluchten begleitet, wodurch eine querverlaufende Perspektive des Standorts entsteht. Diese Begrünungsstruktur wird zur tragenden Funktion für das Strassennetz der neuen Stadtteile und verbindet die hoch- und tiefgelegenen Teile des Areals.
20‘000 Wohnungen mit gewerblicher Mischnutzung Das Nebeneinander eines Gewebes von gewerblichem Charakter und einer hohen Wohndichte wirft das Problem von Umweltbelästigungen auf, die mit Verkehrsarten hoher Frequenz untrennbar verbunden sind, welche im ersten Fall unverzichtbar, im zweiten Fall jedoch unerwünscht sind. Es stellt sich nun die Frage, ob bei einer Beibehaltung bestimmter Gewerbeaktivitäten eine Umkehrbarkeit möglich oder gar wünschenswert wäre, um diese 20‘000 Wohnungen in ein günstigeres Umfeld einzubinden. Der kantonale Richtplan 2015 für Genf sieht die Nutzung von 400 Hektar für Gewerbeaktivitäten in einem Entwicklungsgebiet nahe des internationalen Flughafens Genf in Satigny vor. Dieses abgelegene Gebiet würde sich – auch im Hinblick auf die Bahnverbindungen – gut für eine Standortverlagerung der in La Praille angesiedelten Gewerbenutzungen anbieten. Die Möglichkeit, das Rangierbahnhofgelände im Bereich des Genferseebogens in das Gebiet von Denges zu verlagern, bietet sich an. Dieses Postulat verstärkt die Idee, dass eine Umqualifizierung auf Gebietsebene notwendig und unerlässlich ist, um diesen Standort in einem grösseren Zusammenhang zu überdenken und eine Stadt in der Stadt zu entwerfen. Mehr als ein starres Bild hat uns diese wesentliche Entscheidung zu Beginn des Projekts dazu veranlasst, ein Verfahren für die Entwicklung des Gebiets vorzuschlagen, das sich um grundlegende Elemente wie den Park und seine Grenzen zur Stadt hin gruppiert. |
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