Öko-Quartier JonctionGenf, Schweiz 2009Stadt Genf Wettbewerb 6. Preis |
Standort und urbane Form Der mitten in der Stadt Genf im Quartier Jonction gelegene ehemalige Standort der städtischen Werke führte ein Mauerblümchendasein, bevor er dank der kulturellen Tätigkeit des Vereins ARTAMIS (Theater, Ausstellungen, Bars, Ateliers) der Öffentlichkeit zugänglich gemacht wurde.
Damit diese Öffnung Fortbestand hat, schlägt das Projekt für das neue Quartier eine offene urbane Form vor – offen, um den Fussgängerverkehr durch den Standort zu ermöglichen, offen aber auch gegen den Park des Friedhofs Les Rois hin, eines wichtigen Pluspunkts des Standorts.
Das Projekt schlägt einen kompakten Komplex vor, der auf drei Gebäude konzentriert ist. Mit dieser Lösung lässt sich die Ausdehnung des bebauten Geländes vermeiden, um die Qualität der Aussenräume zu begünstigen.
Drei Gebäude für drei verschiedene Bauherren. Die von der Grösse her gleichwertigen „Lose“ garantieren eine unabhängige Planung und spätere Nutzung. Jede Einheit mit rund 100 Wohnungen besteht aus zwei Gebäudeflügeln, die durch grosse, den Bewohnern zur Verfügung stehende gemeinschaftliche Aussenräume miteinander verbunden sind (Gänge, Treppengänge und Plattformen).
Obwohl die neue Siedlung aus drei Einheiten besteht, bildet sie eine Einheit, wie die grossen urbanen Formen von Mehrfamilienhäusern. Die Diversität wird durch ihre Bewohner, die Durchmischtheit des Programms und die sozialen Verbindungen im Quartier geschaffen.
Die verschiedenen vorgeschlagenen Typologien entsprechen der sozialen Durchmischung. Die Wohnungen (zwei bis acht Zimmer) sind unterteilt in durchgehende, Simplex- und Duplex-Wohnungen mit nord-südlicher oder ost-westlicher Ausrichtung, je nach Position der Baukörper. Als Filter zwischen öffentlichem und privatem Raum dient die zu den kollektiven Aussenräumen hin orientierte Küche. Sie eröffnet bei entsprechendem Wetter die Möglichkeit, Tische und Stühle herauszustellen und so einen neuen Raum zu nutzen.
Öko-Stadtviertel und nachhaltige Entwicklung Der Begriff der nachhaltigen Entwicklung dreht sich um drei Säulen: wirtschaftlich, sozial und umweltfreundlich. Das Projekt entspricht dem wirtschaftlichen Charakter aufgrund seiner Kompaktheit und eines einfachen und repetitiven Bausystems. Vom sozialen Standpunkt her ermöglicht das Projekt zahlreiche Aktivitäten (Wohnungen, Geschäfte, Ateliers, Schule usw.). Die verschiedenen Typologien sowie die Aussenräume ermöglichen eine Stärkung der Beziehungen zwischen den Bewohnern.
In Bezug auf den Umweltschutz wurde der ganze Lebenskreislauf des Gebäudes berücksichtigt (Bau, Betrieb, Abbruch). So wurde Baumaterialien der Vorzug gegeben, die eine geringe Umweltbelastung aufweisen und die Bauarbeiten rationalisieren (Fertigelemente). Da das Quartier eine positive Energiebilanz aufweisen muss, wurde diesem Aspekt besondere Aufmerksamkeit geschenkt. So profitieren die Gebäude von einer sehr guten thermischen Hülle (Minergie P) und sie sind wenig energieintensiv. Der Energieverbrauch wurde im Hinblick auf eine maximale Nutzung von Abwärme aus dem Quartier optimiert: Die für die Niedertemperaturheizung benötigte Wärme stammt von dem an den Standort angrenzenden Transformer, die Rückgewinnung der Abwasserwärme reicht aus, um sämtliche Warmwasserbedürfnisse zu decken, und das Regenwasser wird für die Sanitäranlagen und die Bewässerung gespeichert. Schliesslich deckt die Energieproduktion vor Ort die restlichen Bedürfnisse: Fotovoltaische Solarpanels auf den Bedachungen dienen dem Betrieb der verschiedenen Wärmepumpen und beliefern das Quartier mit Strom. |
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