Beyeler-Museum

Riehen, Schweiz

1992 - 1997

Fondation Beyeler, Riehen

Ausführung, Zusammenarbeit mit Renzo Piano

Renzo Piano hat in enger Auseinandersetzung mit der Sammlung, dem Stifter und dem Ort ein ideales Gebäude für die Präsentation moderner Kunst geschaffen.

 

Der 127 m lange Bau lagert wie ein Schiff an der verkehrsreichen Baselstrasse und wird von einer mit Porphyr verkleideten Mauer gegen den Alltagslärm geschützt. Nach dem Einlass durch das Tor der Umfriedungsmauer wird man von der Ruhe des englischen Parks aufgenommen. Rechter Hand, eingebettet in Baumgruppen, entdeckt man das pavillonartige Gebäude aus einer abgestimmten Komposition aus Stein, weiss gestrichenem Stahl und Glas. Über den vier monumentalen, parallel gestaffelten Mauern schwebt ein ca. 4500 m2 grosses, auskragendes Glasdach.

 

Die mit argentinischem Porphyr verkleideten vertikalen Mauern vermitteln den Eindruck von Schwere und Dauerhaftigkeit. Darauf wurde, wie ein fliegender Teppich, ein horizontaler, weit auskragender Stahlrost gesetzt. Er trägt die Verglasung des transparenten Daches und die rund 900 shedartig aufgesetzten Brisesoleils, die das Innere gegen das direkt einfallende Südlicht schützen.

 

Die transparente, technisch raffinierte Dachkonstruktion versorgt das Innere gänzlich mit dem für Kunst so wertvollen Tageslicht. Über die vollständig verglasten Süd- und Nordfassaden entsteht zudem ein direkter Dialog mit dem Park. Mit dieser beziehungsreichen Gestaltung zwischen Innen und Aussen wurde eine einmalige Synthese von Kunst, Architektur und Natur geschaffen.

 

Innen sind vollkommen ruhige, durch keine technischen und gestalterischen Details gestörte Räume entstanden. Ruhe und Bewegung, konzentrierte Betrachtung und das «Verstehen im Gehen» werden durch eine wohldosierte Raumfolge in ein Gleichgewicht gebracht. Entstanden ist eine Architektur, die in ihrer zurückhaltenden Eleganz ganz der Kunst dient, ohne dass sie sich selbst versteckt.

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