LeonhardschulhausBasel, Schweiz 1994 - 1997Kanton Basel-Stadt Wettbewerb 1. Rang |
Am Rande der Kernstadt gelegen ist der Kohlenberg eines der grossen Ausbildungszentren der Stadt. Rund 2000 Jugendliche bewegen sich hier auf engstem Raum – in einem dichten Gefüge aus grossen Volumen repräsentativer Bauten unterschiedlichster Stilepochen und den im Gegensatz dazu eher kleinteiligen, dafür aber sehr facettenreich gestalteten Aussenräumen.
Das neue Schulhaus versteht sich dabei als integrativer Schluss-Stein in diesem Mosaik: Als kompakter Baukörper nimmt dieses Schulbauprojekt die Grossmassstäblichkeit der älteren Schulhäuser auf. Ausgeglichen wird die Körnigkeit der Bauvolumen auch hier durch fein differenzierte Aussenräume: Dank der mäander-artigen Struktur mit weit in den Raum greifenden Flügeln ergeben sich vielfältig nutzbare Höfe unterschiedlichster Prägung. Im Nordwesten legt sich der Bau als langes ruhiges Volumen mit einer klar definierten Eingangszone an die Leonhardstrasse. Er schliesst damit die Anlage zum Strassenraum hin ab und festigt gleichzeitig den Bezug zum benachbarten Musikschulen-Komplex. Mit seiner schnörkellosen Architektur und dem regelmässigen Muster der horizontal wie vertikal lesbaren Befensterung gibt sich dieser sachlich-pragmatische Zweckbau ebenso zeittypisch wie seine älteren Gegenüber.
Die drei funktionalen Teile sind aussen ablesbar: Das Sockelgeschoss nimmt die öffentlichen Nutzungen auf. In den vier Obergeschossen sind die Weiterbildungsschule und die Naturwissenschaftsräume des Gymnasiums untergebracht. Und in den Untergeschossen befinden sich die über ein Feld aus Glasbausteinen belichtete Dreifachturnhalle und eine Einfachturnhalle, die ebenfalls über ein Streiflicht mit dem Aussenraum Verbindung hält. Aufgebrochen wird die betonte Sachlichkeit dieses Gebäudes durch die eigenwillige Farbe der Fassade: Das warme Rot der eingefärbten Kunststeinplatten führt in dieser Umgebung einen neuen Kontrast ein und bewahrt so der neuen Schule auch im dichten Ensemble ihre Eigenständigkeit.
Der pragmatische, direkte und konsequente Ansatz der Einfachheit und Klarheit in Raumdefinition und Gestaltung sowie das Farb- und Materialkonzept haben ein zeitlos schönes und funktionales Schulhaus entstehen lassen. |
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